Olaf Neuenfeldt, Leiter des Deutschen bKV Instituts, im Gespräch über betriebliche Krankenversicherung, Financial Wellbeing, wissenschaftlich fundierte Vorsorge und die Verantwortung moderner Arbeitgeber.
Gesundheit gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für ein gutes Leben. Trotzdem wird sie in vielen Unternehmen noch immer als freiwillige Zusatzleistung betrachtet – neben Obstkorb, JobRad und Tankgutschein.
Das Deutsche bKV Institut möchte diese Sichtweise verändern. Als unabhängige Einrichtung für betriebliche Krankenversicherung und Vorsorgemanagement setzt es sich für mehr Qualität, wissenschaftliche Fundierung und eine ganzheitliche Betrachtung betrieblicher Vorsorge ein.
Gesundheit ist mehr als ein Mitarbeiter-Benefit
„Was ist für Menschen wirklich wichtig? Gesundheit, finanzielle Sicherheit und die Möglichkeit, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Genau deshalb sollten wir betriebliche Gesundheitsvorsorge nicht als nette Zusatzleistung betrachten.“
Olaf Neuenfeldt, Leiter des Deutschen bKV Instituts

Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Sie ermöglicht Beschäftigten je nach Tarif zusätzliche Gesundheitsleistungen, etwa bei Vorsorgeuntersuchungen, Zahnbehandlungen oder dem Zugang zu medizinischer Versorgung.
Für Arbeitgeber ist sie zugleich ein sichtbares Zeichen von Wertschätzung.
„Entscheidend ist aber nicht allein, dass ein Unternehmen Leistungen anbietet. Entscheidend ist, ob diese den Bedürfnissen der Beschäftigten entsprechen und tatsächlich genutzt werden.“
Olaf Neuenfeldt
Financial Wellbeing: Gesundheit und finanzielle Sicherheit gehören zusammen
Für das Institut ist die bKV Teil eines umfassenderen Verständnisses betrieblicher Vorsorge.
Ein zentraler Gedanke ist dabei Financial Wellbeing. Es beschreibt nicht allein die finanzielle Situation eines Menschen, sondern auch seine finanzielle Sicherheit, Kompetenz und Fähigkeit, das eigene Leben selbstbestimmt zu gestalten.

Finanzielle Sorgen können Stress und gesundheitliche Belastungen verstärken. Umgekehrt können gesundheitliche Probleme erhebliche finanzielle Folgen haben.
„Financial Wellbeing bedeutet mehr als Einkommen oder Vermögen. Es geht darum, sich finanziell sicher zu fühlen, Risiken bewältigen und gute Entscheidungen treffen zu können.“
Olaf Neuenfeldt
Arbeitgeber können dazu durch Gesundheitsleistungen, betriebliche Altersversorgung, finanzielle Bildung und weitere Vorsorgeangebote beitragen.
Eine Investition in Menschen und Unternehmen
Krankheitsbedingte Fehlzeiten, steigende Gesundheitskosten und der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter stellen Unternehmen vor große Herausforderungen.
Eine gut gestaltete betriebliche Vorsorge kann die Arbeitgeberattraktivität verbessern, Mitarbeiterbindung unterstützen und Beschäftigten zusätzliche Sicherheit geben.

Ob daraus auch messbare wirtschaftliche Vorteile entstehen, hängt von den jeweiligen Maßnahmen und ihrer Umsetzung ab.
„Wir sollten nicht nur darüber sprechen, was betriebliche Vorsorge kostet, sondern wissenschaftlich untersuchen, welchen Nutzen sie tatsächlich bringt.“
Olaf Neuenfeldt
Warum Deutschland ein unabhängiges bKV Institut braucht
Der bKV-Markt wächst. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Transparenz, Qualität und fachliche Kompetenz.

Das Deutsche bKV Institut vermittelt selbst keine Versicherungen und erhält keine Vermittlungsprovisionen. Stattdessen konzentriert es sich auf unabhängige Gutachten, fachliche Qualifizierung, Qualitätsstandards und wissenschaftlich orientierte Forschung.
„Wir brauchen nicht nur gute Versicherungsprodukte. Wir brauchen unabhängige Expertise und nachvollziehbare Erkenntnisse darüber, welche Konzepte sinnvoll sind und wie sich ihre Qualität beurteilen lässt.“
Olaf Neuenfeldt
Wissenschaft als Grundlage besserer Entscheidungen
Ein besonderer Schwerpunkt des Instituts liegt auf der Verbindung von Wissenschaft und Praxis.
Wissenschaftliche Studien, empirische Untersuchungen und systematische Analysen sollen helfen, die Bedürfnisse von Arbeitgebern und Beschäftigten besser zu verstehen und betriebliche Vorsorgekonzepte fundiert zu bewerten.

Dazu gehören die Auswertung vorhandener Forschung, die Entwicklung nachvollziehbarer Bewertungskriterien sowie eigene Untersuchungen und Fachpublikationen.
Ein wichtiges Vorhaben ist der Corporate Wellbeing Index. Als übergeordnetes Messinstrument soll er verschiedene Dimensionen betrieblicher Fürsorge zusammenführen – insbesondere Gesundheitsvorsorge, Financial Wellbeing sowie die Wahrnehmung, Nutzung und Wirksamkeit betrieblicher Angebote.
Durch strukturierte Befragungen und anonymisierte Auswertungen sollen Versorgungslücken, Bedürfnisse und Verbesserungspotenziale sichtbar werden.
„Wir wollen besser verstehen, was Unternehmen anbieten, was bei den Beschäftigten tatsächlich ankommt und wo Handlungsbedarf besteht. Aus Erkenntnissen müssen praktische Verbesserungen entstehen.“
Olaf Neuenfeldt
Prävention statt ausschließlich Behandlung
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Prävention. Angesichts steigender Gesundheitsausgaben, chronischer Erkrankungen und längerer Erwerbsbiografien gewinnt die frühzeitige Gesundheitsvorsorge an Bedeutung.
Die bKV kann dabei ein wichtiger Baustein sein, insbesondere in Verbindung mit betrieblichem Gesundheitsmanagement und wissenschaftlich fundierten Präventionsangeboten.
Das Institut möchte dazu beitragen, wirksame Ansätze zu identifizieren, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich aufzubereiten und in die betriebliche Praxis zu übertragen.
Betriebliche Vorsorge braucht mehr Aufmerksamkeit
Das Institut versteht sich auch als Impulsgeber für Arbeitgeber, Versicherungswirtschaft, Wissenschaft und Politik.
Während die betriebliche Altersversorgung seit Jahrzehnten etabliert ist, verdient die betriebliche Gesundheitsvorsorge nach Auffassung des Instituts eine stärkere gesellschaftliche und politische Aufmerksamkeit.
Fazit der Redaktion
Das Deutsche bKV Institut verfolgt einen Ansatz, der über klassische Versicherungsfragen hinausgeht: Gesundheit, Financial Wellbeing und betriebliche Vorsorge werden gemeinsam betrachtet.
Besonders überzeugend ist der Anspruch, unabhängige Expertise, wissenschaftliche Fundierung und praktische Orientierung zu verbinden.
Denn gute betriebliche Vorsorge beginnt nicht beim Produkt, sondern bei den Menschen – und sollte sich an ihrem tatsächlichen Bedarf und Nutzen messen lassen.
Weitere Informationen: www.bkvinstitut.de






